Route

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Freitag, 5. August 2011

Chilliwack Fall Fair & Rodeo

Von Osoyoos ging es in einem Affenzahn nach Chilliwack weil dort das Fall Fair & Rodeo auf uns wartete. Wir hatten den Campground Cottonwood Meadows, gleich neben dem Heritage Park gebucht, in dem die Exhibition stattfand. Also konnten wir, als wir am späten Nachmittag ankamen gleich hinüber laufen um die Eröffnungszeremonien zu bestaunen. Während uns wieder einmal bewusst wurde, wie kanadische Zeitangaben zu verstehen sind, saßen wir uns den Hintern breit. Dann ging es endlich los: 12 Reiter führten eine Formation vor, die sich sehen lassen konnte, denn alle ritten einhändig, weil in der anderen Hand eine Fahne gehalten wurde. Es wurden die amerikanische und kanadische Nationalhymnen gesungen und dann wurde die Veranstalter und das Maskottchen vorgestellt. An diesem Abend bekamen wir einen Einblick in viele, wenn nicht die meisten Disziplinen des Rodeos. Die tierfreundlicheneren Disziplinen waren das Breakaway roping, das Team roping, das Steer wrestling und das Barrel racing. Aber es wurden auch unschöne Disziplinen vorgeführt wie das Tie-down roping, das Bareback/Saddlebronc riding und das Bull riding. Leider mussten wir beim Tie-down roping beobachten wie ein Kalb schwer verletzt wurde, sodass es aus der Arena getragen werden musste und jetzt wahrscheinlich nicht mehr lebt. Da es als wir losgegangen waren noch nicht kalt war, hatten wir keine Jacken dabei. Cornelia und ich froren uns alles ab, während die Kanadier sich an einem warmen Sommerabend wohlfühlten und Hubertus auf kanadisch machte. Dann ging es auch schon ins Bett.

Bei allen Disziplinen kommt es auf die Zeit an:
  • Breakaway roping: Es wird ein Kalb frei gelassen und der Reiter muss ein Lasso um sein Hals werfen, dann wird das Lasso losgelassen.
  • Team roping: Ein Kalb, zwei Reiter. Der eine muss es um den Kopf fangen, der andere um die Hinterbeine.
  • Steer wrestling: Ein Stier wird freigelassen, ein Reiter hinterher und dann wirft sich der Reiter auf die Hörner vom Stier und muss ihn umschmeißen.
  • Barrel racing: Drei Tonnen in der Arena. Reiter und Pferd müssen alle drei umrunden.
  • Tie-down roping: Ein Kalb wird feigelassen, der Reiter galoppiert hinterher. Er versucht das Kalb mit dem Lasso zu fangen, springt vom Pferd und bindet drei Beine des Kalbs zusammen, dann steigt er wieder auf sein Pferd auf und wartet 6 Sekunden bis die Wertung gilt.
  • Bareback/Saddle bronc riding: Dabei werden den Pferden Hodenquetscher angelegt damit sie bocken, dann setzt sich ein Reiter drauf. Er muss 8 Sekunden oben bleiben und darf sich nur mit einer Hand festhalten, ansonsten bekommt er keine Wertung. Das geht ohne und mit Sattel.
  • Bull riding: Ein Reiter muss auf dem Bullen drauf bleiben, darf sich aber nur mit einer Hand festhalten, während dieser rumbuckelt um seinen Reiter loszubekommen. (Manche Bullen sind richtig gut, die haben ihren Reiter nach einem Satz los und gehen dann noch auf ihn los.)










































    Crowsnest Highway #3

    Beizeiten begaben wir uns auf die Piste. Noch einmal gönnten wir uns einen Blick zurück auf die Weinberge, bevor wir auf dem Crowsnest Highway #3 in Richtung Westen fuhren. Um das Örtchen Keremeos herum fanden sich noch einmal zahlreiche Obstverkaufsstände am Straßenrand. Später führt die Straße durch E. C. Manning Provincial Park, der zu den nördlichen Ausläufern der Cascades gehört. Von einem Tankstopp abgesehen fuhren wir non-stop bis zu unserem heutigen Etappenziel: Chilliwack.














    Donnerstag, 4. August 2011

    Okanagan Valley und Pocket Dessert

    Gleich nach dem Frühstück waren wir on the road again auf dem Highway #6 nach Südwesten. Hier konnten wir in einem der zahlreichen, auf den Strommasten entlang der Straße gebauten Nestern Ospreys (Fischadler) sehen. Teil der Straße #6 ist die Needles Cable Ferry von Fauqiuer nach Needles über den Lower Arrow Lake. Die Überfahrt - gratis zu haben - dauerte nur 5 min. Einige Rehe (Deer, d.h. Rotwild) ließen sich ebenfalls blicken. Weiter führte die Strecke über den etwa 1200 m hohen Monashee Pass nach Vernon und ab hier auf der autobahnähnlichen #97 nach Süden durch das Okanagan Valley. Dieses Tal ist der nördlichste Ausläufer des trockenen intramontanen Beckens, dass sich von Mexiko zwischen Sierra Nevada und Kaskaden im Westen sowie Rocky Mountains im Osten durch den gesamten Westen der USA zieht. Auf der Fahrt entlang des 110 km langen Okanagan Lake passierten wir das größte kanadische Weinbaugebiet - auf der selben geographischen Breite wie etwa der Rheinabschnitt zwischen Mainz und Karlsruhe. Dutzende Verkaufsstände für Obst und Gemüse sind entlang der Straße aufgebaut und über 40 Vineyards, Weinbauer, bieten Gelegenheit zu Weinproben. Wir hielten an einem der Stände und deckten uns mit preiswerten Pfirsischen, Nektarinen und Himbeeren aus lokalem Anbau ein, dazu erworben wir eine erst kürzlich von mir entdeckte Spezialität, die selbst nicht allen Einheimischen bekannt zu sein schien: Pickled Garlic Scapes, die sich später als sehr lecker herausstellten. Für die Frauen gab es noch Eis in den Geschmacksrichtungen Licorice (Lakritz, igitt!) und Mango Delight, bevor es weiter ging. Das Gebiet zwischen Oliver und der Grenze zu den USA wird als Pocket Dessert bezeichnet. Bei trockener Sommerhitze von fast täglich 30°C findet sich - abgesehen von den bewässerten Feldern und Plantagen - nur eine karge, wüstenähnliche Vegetation aus Feigenkakteen und Salbeibüschen.
    Unser heutiges Ziel, Osoyoos, die letze Ortschaft vor der US-Grenze, erreichten wir nach etwa 400 km Fahrt gegen 18 Uhr. Nach kurzem Spaziergang durch Downtown fuhren wir zum Island View RV Resort. Auf dem voll belegten, recht engen und heißen Campingplatz belegten wir den am Morgen telefonisch reservierten, letzen freien Stellplatz. Ein Bad im angeblich wärmsten Badesee Kanadas, dem Osoyoos Lake, sorgte für etwas Abkühlung. Pünktlich zum Sonnenuntergang fuhren wir noch einmal zu einem Aussichtspunkt mit schönem Blick über das Tal, dem Anarchist Mountain Lookout. Danach ein ganz kurzer Besuch im Rattlesnake Canyon, einem winzigen Vergnügungspark mit holländischer Windmühle, Abendessen und Planung für den nächsten Tag - so ging der bisher heißeste Tag unserer Reise zu Ende.